Tätowiernadeln

Wenn ihr ein regelmäßiger Leser unseres Blogs seid, wisst ihr, dass wir Euch einen Beitrag zum Thema Tattoo-Nadeln versprochen haben. Da wir versuchen unsere Versprechen einzuhalten, haben wir uns für Euch an die Nadeln gehängt. Denn ob ein Tätowierer auch wirklich gut ist, zeigt sich daran mit welcher Sicherheit er die richtigen Nadeln auswählt.

Bei Tattoo-Nadeln muss man nämlich zwischen der einzelnen Nadel und einer Gruppe von Nadeln unterscheiden. Denn unter eine einzelne Nadel legt sich kaum jemand. Es sei denn ihr lasst Euch zufällig die dünnen Schnurrhaare einer Katze oder ähnlich fragile Linien tätowieren, die aber in einer normalen Situation im Tattoo-Studium eher unüblich sind. So sind es üblicherweise Anordnungen von mehreren Tattoo-Nadeln, mit denen tätowiert wird. Bei der Betrachtung der einzelnen Nadeln fällt auf, dass die Taper (Spitzen der Nadeln), sich in ihrer Länge voneinander unterscheiden. So gibt es den Short Taper, Medium Taper, Long Taper und Extra Long Taper. Ein längerer Taper kann beim Tätowieren eine bessere Kontrolle über den Fluss der Tinte geben. Aus diesem Grund wird ein längerer Taper gerne für Präzisionsarbeiten verwendet, auch wenn sich dies nachteilig auf die Geschwindigkeit sowie den Flow beim Tätowieren auswirken mag. Als Besonderheit bei den einzelnen Nadeln gilt der Bug Pin. Während Standardnadeln gewöhnlich eine Dicke von 0,30 mm bis 0,35 mm besitzen, beträgt die Dicke eines Bug Pins lediglich 0,20 mm bis 0,25 mm. Benannt wurde der Bug Pin übrigens aufgrund seiner geringen Dicke nach den dünnen Nadeln, mit denen Insekten für Sammlungen aufgespießt werden. Während einige Tätowierer auf Bug Pins beim Schattieren schwören, können andere Tätowierer mit diesen nichts anfangen. Eine Neuentwicklung auf dem Markt stellt der Bug Pin Texture dar. Dieser hat im Gegensatz zum normalen Bug Pin eine angeraute Oberfläche und nimmt hierdurch mehr Farbe auf, die er dann unter die Haut sticht.

Roundliner (RL)

Zu Beginn eines jeden Tattoos wird mit dem Ziehen der Konturen (Outlines) begonnen. Hierfür wird der Roundliner verwendet. Der Roundliner besteht üblicherweise aus 3 bis 20 kreisförmig angeordneten Nadeln, die mit ihren Spitzen zu einer Spitze zusammengefasst worden sind. Die zusammengefassten Nadeln sind nur ein kurzes Stück hinter den einzelnen Spitzen zusammengelötet worden und können daher nur sehr wenig flüssige Farbe in die Zwischenräume der Nadeln aufnehmen. Es gibt den Roundliner überwiegend in den Größen von 0,25 mm, 0,30 mm und 0,35 mm Durchmesser zu kaufen. Bei sehr komplexen Tattoos ist es möglich, den Roundliner ohne Farben zu benutzen, um Blutlinien zu zeichnen, an denen sich der Tätowierer zur Proportionierung des Tattoos orientieren kann. Beim Tätowieren sollte außerdem darauf geachtet werden, nicht in einem Bogen oder einer kreisförmigen Linie abzusetzen. Die Nadeln werden  dabei senkrecht zur Haut geführt, damit Linien besonders exakt gezogen werden können. Nach einem Stechen der Outlines sollte die Tätowierung mit einem Tuch von der überflüssigen Farbe gereinigt werden.

Roundshader (RS)

Ähnlich wie der Roundliner besteht auch der Roundshader aus einer kreisförmig angeordneten Gruppe von Nadeln. Die einzelnen Nadeln werden jedoch nicht spitz zusammengefasst, sondern stehen parallel zueinander. Ein weiterer Unterschied ist der Punkt des Zusammenlötens. Dieser ist mit 10 mm bis 14 mm zur Spitze weiter zurückgesetzt als beim Roundliner. Die Zwischenräume zwischen den einzelnen Nadeln werden hierdurch größer, wodurch mehr Farbe aufgenommen werden kann. Diese Farbe muss keine flüssige Konsistenz besitzen, sondern kann wie beim traditionellen Tätowieren üblich pastenartig sein. Der Roundshader wird zum Füllen und Schattieren von kleineren Flächen benutzt. Beim Füllen sollte dabei beachtet werden, dass die Nadel immer kreisförmig geführt wird, damit flächendeckend gefüllt wird. Die Nadelgruppe selbst wird beim Tätowieren senkrecht zur Haut geführt.

Flatshader (Flachnadeln)

Parallel nebeneinander liegen die Nadeln vom Flatshader. Dabei bestehen die meisten Flatshader aus 4 bis 15 nebeneinander liegenden Nadeln. Diese Nadeln sind 8 mm bis 14 mm hinter der Spitze zusammengelötet. Besonders geeignet ist der Flatshader für das Ausfüllen von geometrischen Flächen. Flachnadeln können mit allen Farbtypen gefüllt werden. Der Umgang mit Flatshadern erfordert Übung und sollte daher erst auf Kunsthaut erprobt werden. Beim Tätowieren werden die Nadeln schräg gehalten, damit sich die Farbe besser unter der Haut verteilen kann.

Die Magnum

Bei der Magnum handelt es sich um nach außen hin gespreizte übereinander liegende Flatshader. Der obere Flatshader besteht aus einer ungeraden Anzahl an Nadeln, während der untere Flatshader aus einer geraden Anzahl an Nadeln besteht. Die unteren Nadeln sind so angeordnet, dass sie sich in den Zwischenräumen der oberen Nadeln befinden. Da durch diese enge Anordnung der Nadeln nur sehr kleine Zwischenräume zwischen den einzelnen Nadeln bestehen, kann nur wenig Farbe aufgenommen werden, die zur perfekten Farbdeckung möglichst flüssig sein sollte. Die Magnum wird üblicherweise zum Füllen und zum Schattieren verwendet. Beim Tätowieren werden die Nadeln schräg gehalten, damit sich die Farbe besser unter der Haut verteilen kann.

Soft Edge Magnum

Der große Unterschied von der Soft Edge Magnum zu der normalen Magnum besteht aus der Anordnung der einzelnen Nadeln. Diese sind nämlich im Gegensatz zur normalen Magnum parallel in einer Bogenform angeordnet. Durch diese Anordnung ist es der Soft Edge möglich sanftere Übergänge von Farbe zu Farbe zu schaffen. Außerdem wird die Haut weniger verletzt.

Wenn ihr selbst jetzt Lust bekommen habt, die verschiedenen Nadeln auszuprobieren, solltet ihr dies unbedingt an Kunsthaut tun. Jeder Tätowierer entwickelt erst mit der Zeit das individuelle Gefühl für „seine“ Nadeln. Deswegen solltet ihr Euch Zeit geben und möglichst verschiedene Nadeln ausprobieren, bevor ihr Euch festlegt.

 

Quelle:

http://www.magic-moon-shop.com/index.php?main_page=product_info&cPath=347_394&products_id=3002&zenid=6pl2abmibo73qpcqrst28g6ba4

http://tattoo-basics.de/shop/content/20-info-tattoonadeln

http://tattooworld.npage.de/handhabung-und-einstellung-der-maschine.html

http://info.painfulpleasures.com/blogs/understanding-tattoo-needles

 

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