Was wir über Tattoo-Pflege im Sommer wissen müssen

Endlich ist er da, der langersehnte Sommer! Viele freuen sich schon das ganze Jahr auf Sonne, Strand und Meer. Einen Tag am See verbringen, danach mit Freunden grillen – dabei können wir endlich all unsere schönen Tätowierungen präsentieren, die wir den ganzen Winter unter dicker Kleidung verstecken mussten. So schön das auch ist, die Sonne kann unseren Tattoos leider auch schwer schaden, deshalb sollten Tätowierte im Sommer unbedingt auf ein paar Dinge achten.

Was die Sonne mit Tattoos macht

Das größte Problem im Sommer ist, dass Sonnenstrahlen die Tattoos schneller verblassen lassen. Was genau passiert denn, wenn Tattoo und Sonne aufeinander treffen? Die Farbpigmente landen beim Tätowieren unter anderem in der Basalzellschicht, in der auch die sogenannten Melanozyten zuhause sind. Melanozyten sind Hautzellen, die bei Kontakt mit UV-Strahlen Melanin produzieren. Wenn sie dieses dann absondern, wird die Haut braun. Das ist ja auch das Ziel vieler Sommer-Fans, möglichst viel Sonne abzukriegen und dann braun in den Herbst zu starten.

Kommt Melanin jedoch mit Tattoofarbe in Kontakt, wird diese aus der Dermis in weiter oben liegenden Hautschichten verschoben. Dann wirkt die Farbe stumpfer und blasser. Besonders hellere Töne bekommen so schnell einen unschönen Braunstich. Intensives Sonnenbaden ohne den nötigen Schutz kann also dazu führen, dass deine Tätowierung weniger lang schön und kräftig bleibt.

Manche werden jetzt vielleicht denken: „Aber das Tattoo kann ich mir doch immer nochmal nachstechen lassen“. Ja, man kann Tätowierungen auffrischen lassen, wenn man es für wirklich notwendig hält. Unter normalen Umständen ist das frühestens nach 15 Jahren nötig. Es ist kein guter Plan, auf Sonnenschutz zu verzichten und sich das Tattoo einfach regelmäßig nachtätowieren zu lassen. Jedes Nachstechen bedeutet nämlich erneute Belastungen für die betroffene Stelle. Mit der immer weiter zunehmenden UV-Schädigung der Haut wird es auf Dauer zudem unvermeidbar zu Vernarbungen kommen, deshalb solltest du dir gut überlegen, ob du diesen Weg wirklich für sinnvoll hältst – mehrfaches Nachstechen wird die Qualität deines Tattoos definitiv verschlechtern.

Was bei frisch gestochenen Tattoos besonders zu beachten ist

Ist dein Tattoo erst kürzlich gestochen worden, ist es für die richtige Tattoo Nachsorge extrem wichtig, dass du dein Tattoo komplett von dem schädlichem Sonnenlicht fernhältst! Auch ein Besuch im Solarium ist in den ersten Wochen ein absolutes Tabu, wenn du dein Tattoo angemessen pflegen willst. Der natürliche, körpereigene UV-Schutz ist durch die Verletzung deiner Haut beim Tätowieren erst mal zerstört, dadurch können die UV-Strahlen ungehindert bis in tiefere Gewebeschichten eindringen als normalerweise. Die UV-Strahlen von Sonne und Sonnenbank können dann auf der noch stark gereizten Haut zu Verbrennungen und Austrocknung führen – so entsteht zum Beispiel eine übermäßige Verkrustung. Außerdem führen die Strahlen wohlmöglich zu einer verstärkten Bildung von Hautschuppen und können dadurch auch dauerhafte Vernarbung verursachen.

Sonnencreme ist anfangs leider kein geeignetes Mittel, um das zu verhindern – sie ist in diesen frühen Stadien zu fettig und kann dazu führen, dass die Haut zu feucht wird und die Tinte dann eventuell verläuft oder verblasst. Ratsam ist es deshalb, jede Form von UV-Strahlen für mindestens 6-8 Wochen von deinem neuen Tattoo fernzuhalten. Auf ein ausgiebiges Bad im Wasser – ganz gleich ob See, Meer oder Schwimmbad – ist während diesen ersten Wochen nach dem Stechen ebenfalls unbedingt zu verzichten. Als besonders schädlich für die Abheilung und das Farbergebnis hat sich Chlor erwiesen, weshalb die betroffene Hautstelle auf keinen Fall mit der Chemikalie in Kontakt kommen sollte.

Wie tätowierte Haut im Sommer ausreichend geschützt werden kann

Wenn dein Tattoo schon vor einiger Zeit gestochen wurde, möchtest du im Sommer verständlicherweise nicht mehr komplett auf den Kontakt mit UV-Strahlen verzichten – bei großer Hitze will schließlich niemand gern komplett vermummt durch die Gegend laufen. Aber: auch abgeheilte, möglicherweise schon Jahre alte Tattoos sind nicht immun gegen UV-Strahlung.

Um das verdiente Sonnenbad auch richtig genießen zu können, ohne sich ständig Gedanken über die daraus entstehenden Folgen für das Tattoo zu machen, muss ein guter und starker Sonnenschutz her. Sonnencremes mit einem sehr hohen Lichtschutzfaktor, ab 50 aufwärts, sind in diesem Fall definitiv empfehlenswert. Wichtig ist es, den Sonnenschutz mindestens 30 Minuten vor dem ersten Kontakt mit UV-Strahlen aufzutragen, sodass er von Anfang an zuverlässig und umfassend wirken kann. Die Haut muss selbstverständlich in regelmäßigen Abständen erneut eingecremt werden. Nachdem die Haut in Kontakt mit Wasser gekommen ist, ist ein erneutes Auftragen des Sonnenschutzes ebenfalls ratsam.

Auch für Menschen mit einem dunklen Hauttyp, die normalerweise einen geringen Lichtschutzfaktor oder gar keinen Sonnenschutz verwenden, ist das Eincremen der Tätowierung mit einem hohen Lichtschutzfaktor ohne Frage sinnvoll. Wer sein Tattoo liebt, sollte darauf auf keinen Fall verzichten.

Welche Produkte eignen sich besonders gut, um Tätowierungen im Sommer zu schützen?

Die handelsüblichen Sonnencremes, -sprays oder –lotionen  mit Lichtschutzfaktor 50 (oder höher) reichen aus, um die richtige Tattoo Pflege während des Sommers zu gewährleisten. Besonders praktisch für unterwegs sind Sonnenschutzsticks – die lassen sich leicht in jeder Tasche verstauen und können zudem gezielt nur auf die tätowierten Stellen aufgetragen werden.

Mit einem einfachen Trick kann die Lebensdauer des Tattoos über die warmen Tage hinweg garantiert werden: die richtige Wahl der Kleidung ist das A und O. Wer sein Tattoo nicht bei jeder sich bietende Gelegenheit zur Schau stellt, hat länger ein schönes Ergebnis. Du solltest dir immer überlegen: Ist es auch wirklich notwendig, meine Körperkunst auf dem Weg zum Supermarkt zu zeigen?

Frauen können aus einer großen Auswahl an sommerlicher, und trotzdem „angezogener“ Kleidung wählen. Neben luftigen, langen Röcken gibt es dünne Strickjacken oder Pullover, die im Freien ausreichend Schutz bieten. Männer haben es da schon etwas schwerer – Jacken, Sweatshirts und lange Hosen können schnell zu warm werden. Eine mögliche Lösung für das Problem sind „Armlinge“ oder „Beinlinge“,  die es im Sportfachgeschäft zu kaufen gibt. Die Materialien sind häufig atmungsaktiv und strapazierfähig, für den Sommer daher gut geeignet. Damit kann kurze Kleidung getragen werden, gleichzeitig kann man das Tattoos abdecken und dadurch vor den schädlichen UV-Strahlen schützen.

Die richtige Pflege lohnt sich – vor allem im Sommer

Auch das schönste Tattoo wirkt ausgeblichen und vernarbt nicht mehr so richtig schick. Es wäre schade, wenn UV-Strahlen das schöne Ergebnis verändern und letztendlich verschlechtern. Jeder, der Wert auf klare Linien und ein langes Tattoo-Vergnügen legt, sollte den Schutz des Tattoos im Sommer durch Kleidung oder Cremes deshalb unbedingt zur Gewohnheit werden lassen.

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