Tattoos Around The World

Wie sich Stile und Techniken auf der Welt unterscheiden

Schon die Gletscher-Mumie Ötzi ließ ihren Körper vor dem Tod mit Tattoos verschönern – das war vor über 5000 Jahren. Tattoos gibt es also schon eine sehr lange Zeit. Im Gegensatz zu Deutschland haben manche Völker eine Jahrhunderte alte Tattoo-Tradition. Die Motive und Techniken unterscheiden sich je nach Land. Manche Symbole sind sehr alt, erfreuen sich aber auch heute noch großer Beliebtheit. Wir von Inktur haben uns auf der Welt für euch umgeschaut und die verschiedenen Stile und Techniken gesammelt. Hier stellen wir sie euch vor.

Neuseeland

Neuseelands berühmter Stamm der Maori hat eine ganz besondere Tattoo-Kultur: Beim ‚Ta Moko’ werden schwarze Formen auch ins Gesicht tätowiert. Diese Tradition wurde von den Maori aus ihrer polynesischen Heimat Hawaiki mitgebracht. Die Methoden und Muster des ‚Ta Moko’ ähneln denen in anderen Teilen Polynesiens. Das Erhalten des Moko kennzeichnete den Übergang von der Kindheit zum Dasein als Erwachsener und wurde ursprünglich von verschiedenen Stammes-Ritualen begleitet. Das Moko-Tattoo selbst beinhaltet eine Art Code, der Aussagen über Herkunft und Rang des Trägers zulässt. Bei den männlichen Maori streckt sich das Tattoo über das ganze Gesicht, das Moko wird aber auch auf Oberschenkeln und Gesäß, manchmal auch auf den Rücken und die Waden gestochen.

Bei den Frauen beschränkt sich die Farbe in der Regel auf Lippen und Kinn. Manchmal wird es aber auch auf der Stirn, dem Rücken oder den Schenkeln getragen.

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Die Technik der Maori unterschied sich von der früher allgemein verbreiteten Form der Tätowierung: Es wurde nicht mittels vieler kleiner Punkte und Stiche aufgetragen, sondern mit Kratz- und Schabwerkzeugen aus den Knochen des Albatros in die Haut gekratzt. Jetzt werden diese Tattoos jedoch oft einfach auf die heute übliche Art gestochen – die ursprüngliche Methode ist vielen zu schmerzhaft. Die Mokos sind in der Tattoo-Szene immer noch beliebt, oft lassen sich neuseeländische Touristen ein Moko als Erinnerung stechen.

Samoa, Polynesien

Die samoanische Kultur blickt auf eine traditionsreiche Tattoo-Geschichte zurück. Tattoos („tataus“) für Männer heißen auf der Landessprache „pe’a“ und bestehen aus vielen symmetrischen Linien und dickeren schwarzen Blöcken. Gestochen werden sie in der Region zwischen Hüfte und Knie. Bis das Bein von der Kniekehle bis zur Leiste rundum verziert ist, sind tausende kleine Linien nötig. Um ein komplettes traditionelles Tattoo fertig zu stellen, braucht der Tattoo-Künstler fünf bis zehn Tage. Wer den Schmerz dieser Prozedur aushält und ein vollständiges „pe´a“ auf der Haut trägt, ist in der Kultur der Samoaner ein ganzer Mann.

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Bei den Tattoos für Frauen („malu“) gibt es einige kleine aber feine Unterschiede: zum einen werden sie kurz über den Knien bis zum oberen Teil des Oberschenkels tätowiert, zum anderen sind die Motive zarter und filigraner als bei der männlichen Variante.

Beide werden mit handgefertigtem Werkzeug gestochen, früher wurden die Zinken auf Samoa aus Schweinezähnen gefeilt, heute sind es Titanzinken, aus Hygienegründen. Die schwarze Farbe wird aus einer Mixtur von verschiedenen natürlichen Materialien zusammengerührt. Kanus, Wellen, Sterne, Fische und Muscheln gehören zu den Motiven, deren Kombination je nach Lebensgeschichte und sozialem Rang variiert.

Heute lassen sich nur noch wenige Leute auf diese Art und Weise tätowieren – die altertümliche Methode ist für viele einfach zu schmerzhaft. Der Tattoo-Stil ist dennoch beliebt: viele Tattoo-Fans entscheiden sich für die traditionsreichen Motive, lassen sie sich aber auf die heutzutage übliche Art, mit einer elektrischen Nadel, stechen.

Japan

Japanische Tattoos sind oft großflächig auf Rücken, Händen oder Beinen zu sehen. Traditionelle japanische Tätowierungen werden zumeist in Schwarz, Grau und einem orange-roten Farbton ausgeführt. Die lebhaften Farben, die heute oft verwendet werden, sind für gewöhnlich aus dem Ausland importiert. „Irezumi“, formeller auch „Horimono“, heißen die traditionellen japanischen Tätowierungen, die den ganzen Körper bedecken.

In Japan werden Tattoos oft immer noch mit Kriminalität verbunden – das liegt daran, dass die japanische Regierung Tattoos im 19. Jahrhundert komplett verbieten ließ. Auch heute werden Menschen mit auffälligen und sichtbaren Tattoos noch anders behandelt, gewisse Orte dürfen sie nicht betreten (zum Beispiel einige Schwimmbäder). Japanische Tattoos enthalten Zeichen und Symbole, die beim „Tebori“ – so heißt die Tattoo-Technik – manuell in die Haut gestochen werden. Manche Künstler benutzen hölzerne Stäbe, andere dagegen solche aus Elfenbein oder Metall, um die Motive in die Haut zu stechen. Häufig vorkommende Motive sind Drachen, Dämonen und buddhistische Symbole. Auch die japanischen Schriftzeichen „Kanji“ werden häufig auf der Haut getragen.

China

Chinesische Tattoos sind den japanischen in ihrer Struktur und den verwendeten Symbolen und Mustern sehr ähnlich. Bereits 3.000 Jahre vor Christus soll die Tattoo-Kultur in China ihren Ursprung haben. Eine Tätowierung wird in China „Ci Shen“ (veraltet) bzw. „Wen Shen“ (aktuell) genannt.

Die häufig verwendeten Symbole (Koi, Kirschblüte, Drachen u.v.m.) symbolisieren Dinge wie Liebe, Wohlstand, Segen und Schönheit.

Die in der westlichen Welt beliebten chinesischen Schriftzeichen und –züge haben nichts mit der ursprünglichen, traditionellen chinesischen Tattookunst zu tun – anstelle von Schriftzeichen arbeiten die chinesischen Tattookünstler ausschließlich mit großflächigen Bildern und bedeutsamen Symbolen.

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Indien

Indien ist für eine schmerzfreie und nicht permanente Form des Tätowierens bekannt – das Henna. Der ursprünglicher Name der Bemalung mit dem Naturfarbstoff ist „Mehndi“. Henna wird aus den Blättern des Hennastrauches (Lawsonia inermis) gewonnen. Der wesentliche Bestandteil von Henna ist das Pigment „Lawson“, das für die charakteristische Farbe verantwortlich ist. Meist wird die Henna-Paste auf die Hände oder Füße aufgetragen. Filigrane Linien ergeben ein orientalisches Muster, das bis zu drei Wochen hält. Die Farbe variiert zwischen orange und einem tiefen braun. Heutige Trend- Varianten von Henna sind auch weiß, gold oder silber. Besonders während der Festival-Saison sind die temporären Tattoos ein beliebter Eye-Catcher.

White henna is like Christmas every day @hennabypayal teams white henna with a little GLO metallic bling ☄☄ #whitehenna

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Wer sich mit einem Henna-Tattoo verschönern möchte, muss aufmerksam sein: das oft angebotene „schwarze Henna“ enthält hochgiftiges PPD (Phenylenediamin). Es kann zu allergischen Reaktionen führen und eventuell sogar eine lebenslängliche Allergie verursachen. Natürliches, traditionelles Henna ist niemals schwarz!

Thailand

Traditionell thailändische Tattoos, sogenannte „Sakyan“, sind mystisch – sie sollen Schutz und Glück über ihre Träger bringen. Die Magie hinter den Tätowierungen wurde schon vor vielen hundert Jahren angepriesen, der Mythos hält bis heute an.

1774 wurde es in Thailand sogar gesetzlich vorgeschrieben, dass die Menschen am Handgelenk mit einem Tattoo „markiert“ werden sollen. Die magischen „Sakyan“-Tattoos bestehen aus bedeutsamen Symbolen wie Kriegern, Tempeln oder Schamanen.

Die thailändischen Tattoos wurden früher mit einem Bambushölzchen unter die Haut gestochen, auch heute werden noch sogenannte „Bamboo-Tattoos“ angeboten. Es hat sich seitdem jedoch etwas geändert: heute werden aus hygienischen Gründen Einwegnadeln genommen, die dann an Bambusstöckchen oder auch Metallstäben befestigt werden.

Die momentan super angesagten Mandala-Tattoos haben ihren Ursprung in der buddhistischen Kultur und sind deshalb auch in Thailand weit verbreitet. Die Mandala-Räder repräsentieren Unsterblichkeit, die Vollendung und das Universum. Die Muster und Strukturen sind sehr vielfältig.

 

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Irland

Die Symbole und Zeichen der irischen Kultur sind einzigartig. Irische Bilder und Symbole, wie das keltische Kreuz, der Claddagh-Ring oder das Kleeblatt, sind viele Jahrhunderte alt. Sie repräsentieren Irlands Historie und erinnern an blutige Stammes-Kriege.

 

 

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Vor allem Personen mit Bezug zum christlichen Glauben lassen sich das keltische Kreuz auf ihrer Haut verewigen. Manche machen es auch als Beweis ihrer irischen (oder schottischen) Herkunft. Leider wird das Keltenkreuz auch von rechtsradikalen Gruppierungen missbraucht. Diese verwenden meist ein gleichschenkliges, ringförmiges Kreuz.

Ägypten

Ägyptische Tattoos sind von den historischen Hieroglyphen der Kultur geprägt. Sie enthalten Symbole, die für Wiedergeburt, die Vereinigung von Mann und Frau, die Schöpfung, göttlichen Schutz und vieles mehr stehen.

Ägypten hat eine der ältesten Tattoo-Kulturen: schon 4.000 Jahre vor Christi Geburt war die Kunst des Tätowierens vermutlich bekannt, Verzierungen auf Steinfiguren sprechen dafür. Bekannte Hieroglyphen, die oft in solchen Tattoos vorkommen, ist das Anch, der Skarabäus (heiliger Pillendreher) und das Auge des Ra. Alle diese Symbole haben vielfältige symbolische Bedeutungen.

Sogar Verstorbenen wurde bei der sogenannten „Stechmalerei“ Striche und Punkte tätowiert, die Tattoos sollten im Jenseits die Fortpflanzung gewährleisten.

https://www.instagram.com/p/BGjgjZol5jw/?tagged=skarabäus

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Heute sind Tätowierungen in Ägypten fast völlig aus dem Alltagsbild verschwunden, denn knapp 90% der Bevölkerung sind Muslime – im Koran werden Tattoos verboten.

Mexiko

Mexikanische Tattoos sind stark beeinflusst von den historischen, politischen und religiösen Ursprüngen des Landes. Ungefähr im 12. Jahrhundert begannen Tätowierungen in Mexiko, seitdem beinhalten sie Symbole, die Stolz über die Wurzeln der indigenen Stämme präsentieren. Die Muster sind an altertümliche Maya, Azteken und Inka Zeichnungen angelehnt.

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In diesen südamerikanischen Naturvölkern spielte die Verehrung von Göttern eine sehr große Rolle, weshalb oft Gottesbilder als Tattoo-Motive gewählt wurden – auch Kinder wurden schon damit tätowiert. Die Tattoos dienten nicht ausschließlich der Zierde des Körpers, sie hatten vielfältige Zwecke. Die Motive wurden oft während spezieller Rituale gestochen und dienten auch dazu, die Stämme auseinanderzuhalten. Anhand der Tattoos erkannte man, zu welcher Gruppe ein Mensch gehörte. Das Tattoo gab außerdem Auskunft über den sozialen Rang seines Trägers.

Ein anderer Tattoo-Trend, der aus Mexiko stammt, sind die „Sugar Skulls“. Es gibt sie als weibliche und als männliche Variante. Sie haben ihren Ursprung beim „Tag der Toten“, einem der wichtigsten Feiertage des Landes.

Neben dem Zuckerschädel sind die „La-Catrina“- Tattoos sehr beliebt, die ebenfalls an den Tag der Toten (Dia de los Muertos) angelehnt sind. Im Gegensatz zum Sugar Skull handelt es sich nicht um ein Skelett, sondern um eine Mischung aus Totenkopf und Frauengesicht.

 

USA

Tattoos sind in den USA weit verbreitet – angefangen von den Symbolen der Ureinwohner bis hin zu patriotischen Tattoos wird heute alles gestochen. Die klassischen Symbole der Naturvölker sind zum Beispiel Federn, Traumfänger oder Adlerköpfe.

Die Legende besagt, dass die Männer auf dem Schiff des berühmten Kapitäns James Cook die ersten Siedler waren, die Tattoos in die „neue Welt“ brachten. Sie ließen sich von den japanischen, chinesischen und pazifischen Tattoo-Kulturen faszinieren und erinnerten sich mit den Tattoos an ihre Reisen.

Inspirierende Weltreise

Die Kunst des Tätowierens ist weltweit vielfältig und variiert in Techniken, Stilen und Geschichte. Manche Kulturen haben eine Tattoo-Kultur, die Jahrtausende alt ist. Von diesen traditionellen Motiven kann man sich wunderbar inspirieren lassen – so richtig „alt“ sind die Symbole nicht, obwohl sie schon ewig tätowiert werden. Wer es etwas moderner und individueller möchte, kann klassische Motive einfach abwandeln – so sind sie immer noch etwas besonders, obwohl sie schon häufig gestochen wurden.

 

 

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